Deutsche Meisterschaften Buggy 4WD 2021– ein Rückblick

Geschrieben von Bernd Bohlen am 20. September 2021 um 20:41

Die Deutschen Meisterschaften 2021 Buggy 4WD – sie werden allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben.  Es war an diesem Wochenende richtig Sommer in diesem ansonsten durchwachsenen Sommer. Die Fahrer brannten nach einem Jahr DM-Pause sici im Wettstreit zu messen. Der Verein, der RCRT Duisburg, war bestens vorbereitet – sowohl die Strecke als auch das Drumherum.

Buggy 4WD – spannend bis zum letzten Finallauf

Buggy 4WD Modified war die Königsklasse an diesem Wochenende. Rekordmeister Jörn Neumann (zwölf DM-Titel in Buggy 4WD) war bis zum dritten Finallauf auf Titelkurs. Doch dann der Schock: In Führung liegend blieb sein Fahrzeug in der fünften Runde stehen. Ehe er das Rennen wieder aufnehmen konnte, hatte Marcel Schneider die Führung übernommen. Jörn Neumann schaffte es nicht mehr die Lücke zum Führenden zu schließen. Marcel Schneider ging als Erster über die Ziellinie und holte sich den DM-Titel – vor Jörn Neumann und Jens Becker.

 

Siegerehrung Buggy 4WD Modified. Die Top 3 (oben Mitte von links) : Jörn Neuman (Platz 2), Marcel Schneider (Platz 1) und Jens Becker (Platz 3).

Für Marcel Schneider war es der erste DM-Titel in Buggy 4WD. Und wie schon 2017 bei der DM Buggy 2WD beim MAC Hütschenhausen schnappte er Jörn Neumann den Titel im letzten Lauf vor der Nase weg. Jens Becker, ein Urgestein der Offroadszene, wurde Gesamtdritter und damit auch Deutscher Meister 40 plus. Den Titel Juniorenmeister sicherte sich Noah Schwarz, den Titel Jugendmeister holte sich Luca Verhoeven. Meister 55 plus wurde Paul Svoboda.

Mick Burbach neuer Deutscher Meister Buggy 4WD Standard

Mick Burbach war schnellster Fahrer im Training. Nach den Vorläufen (vier Starts/vier Siege) stand er auf der Poleposition. Doch im ersten Finallauf schied er mit einem Defekt kurz nach dem Start – die Fahrzeuge waren noch nicht über die Zählschleife gefahren – aus. Kurz davor war er noch das erste A-Finale Truggy 2WD gefahren.

Siegerehrung Buggy 4WD Standard. Die Top 3 (von links) : Ingo Lehmann (Platz 2), Mick Burbach (Platz 1) und Lennard Rademacher (Platz 3).

Mick Burbach zog die Reißleine. Der junge Fahrer, der in Buggy 4WD Standard die Konkurrenz bis zu diesem Ausfall im Griff hatte, konzentrierte sich fortan voll auf diese Klasse und verzichtete auf weitere Starts in Truggy 2WD. Die Richtige Entscheidung: Er gewann die beiden noch offenen Finalläufe und holte sich damit den ersten DM-Titel seiner noch jungen Karriere. Damit wurde er auch Deutscher Jugendmeister. Der neue Deutscher Juniorenmeister Lennard Rademacher begleitete ihn als Dritter auf das Siegerpodest. Platz zwei belegte Ingo Lehmann, der sich damit den Titel Deutscher Meister 55 plus sicherte. Meister 40 plus wurde Mirco Morgenstern.

Tim Rösch war mit 10 Jahren der jüngste Teilnehmer. Mit einem Asso B74.1 schaffte er den Sprung ins A-Finale, in dem er schließlich Platz 11belegte. Tim Rösch ist Mitglied des AMC Langenfeld

Jörn Neumann verteidigt Titel in Truggy 2WD

 In Truggy 2WD machte Jörn Neumann bei seiner Titelverteidigung kurzen Prozess. Nach zwei Siegen in den ersten beiden Finalläufen hatte er es gepackt und sich den insgesamt fünften Titel in dieser Klasse gesichert. Vizemeister und Meister 40 plus wurde Jens Becker, der von der Poleposition in die drei Finalläufe gegangen war. Luca Rau belegte Platz 3. Elias Jordan (Sitensky) holte sich den Titel Deutscher Juniorenmeister, Mick Burbach den Titel Deutscher Jugendmeister. Mickey Wiedbrauck wurde Deutscher Meister 55 plus.

Siegerehrung Truggy 2WD. Die Top 3 (oben Mitte von links) : Jens Becker (Platz 2), Jörn Neumann (Platz 1) und Luca Rau (Platz 3).

Der RCRT Duisburg und seine Rennstrecke

Es sind die vielen Vereine mit eigener Rennstrecke, die dafür sorgen, dass landauf, landab Rennen gefahren werden können, dass Deutsche Meisterschaften veranstaltet werden können. Sie sind die Garanten für den RC-Car-Sport. Und so hatte das Team des RCRT Duisburg die DM hervorragend vorbereitet. Alles passte. Fahrer und Besiucher waren begeistert.

 Gut präpariert präsentierte sich die Offroadstrecke bei der DM.

Gegründet wurde der Verein im Jahr 1987. Noch im Jahr der Gründung begann das RC-Car-Racing-Team (RCRT) mit dem Bau einer eigenen Rennstrecke in Duisburg Wedau. Doch 2011 musste der Verein dort weg. Nach langem Suchen fand er das heutige Gelände an der Buscher Straße 66. Die Arbeiten an der neuen Strecke begannen 2012. Es war einer Lehmstrecke in einer Senke für Offroader bis zum Maßstab 1:8. 2018 erfolgte der Umbau des arbeitsintensiven Lehmparcours in eine Kunstrasenstrecke, bei der der Charakter der alten Lehmstrecke beibehalten wurde. Heute sind auf dem 285 Meter langen Kurs nur noch Elektrofahrzeuge im Maßstab 1:10 zugelassen.

Das Team des RCTR Duisburg hatte die DM hervorragend vorbereitet. Alles passte. Fahrer und Besucher waren begeistert.

Jung, weiblich, ehrgeizig

Drei junge Mädchen/Frauen hatten bei dieser DM den Kampf mit ihren männlichen Konkurrenten aufgenommen: Nadine Langhammer, Lena Hürtgen und Josephine Klein. Sie starteten in drei verschiedenen Klassen.

Josephine Klein vom AMC Langenfeld

Josephine Klein ist mit 13 Jahren die jüngste im Trio. RC-Car fährt sie seit gut vier Jahren. Dies ist ihre dritte Deutsche Meisterschaft, die zweite in Offroad. Im letzten Jahr startete sie bei der DM Pro 10 in Bad Breisig. Josephine Klein ist Mitglied beim AMC Langenfeld. Mit einem Chassis von PR fährt sie in der Klasse Truggy 2WD. Im Gesamtklassement belegte sie Platz 21.

Lena Hürtgen vom MSV Hürtgenwald

Lena Hürtgen ist 18 Jahre jung. Als Tochter eines RC-Car-Händlers ist sie in diesem Hobby groß geworden. Sie fährt RC-Car seitdem sie eine Funke in der Hand halten kann. Mit einem Buggy von Asso startet sie in Buggy Standard und schaffte den Sprung ins A-Finale, in dem sie schließlich achte wurde. Sie ist Mitglied im MSV Hürtgenwald.

Nadine Langhammer vom RC Köngen

Mit 22 Jahren ist Nadine Langhammer die ältere. Sie ist seit gut 10 Jahren dabei und verfügt über eine Menge Erfahrung. Mit ihrem Buggy von Yokomo fordert sie seit Jahren die schnellen Jungs in der Klasse Buggy Modified heraus. Bei dieser DM erreichte sie das B-Finale und wurde 15. Seit ihrem Umzug nach Stuttgart startet sie für den RC Köngen.

Die drei Klassen

Buggy 4WD Modified war die schnellste der drei Rennklassen dieser DM. Die Buggys erreichten auf der schwierigen und mit 285 Meter langen Strecke beim RCRT Duisburg Rundenzeiten um die 32,5 Sekunden. Motor und Regler sind freigestellt. Die Fahrer setzten in Duisburg meist Brushless-Motoren mit 5,5 Turns ein. Das Mindestgewicht liegt bei 1588 Gramm. Die Fahrzeuge sind maximal 250 Millimeter breit und 460 Millimeter lang.

Ein typischer Buggy 4WD: Der Asso B74.1 von Lena Hürtgen.

Die Buggys in der Klasse 4WD Standard unterscheiden sich von denen der schnellen Buggyklasse lediglich durch den schwächeren Motor (maximal 10,5 Turns) und den Regler, er nur im Null-Boost-Modus betrieben werden dürfen. Erlaubt sind Motoren mit maximal 10,5 Turns, die in einer Homologationsliste erfasst sind. Die Rundenzeiten der Standardfahrer sind dann auch entsprechend langsamer. Die schnellsten Standardfahrer bringen es auf rund 35 Sekunden.

Ein typischer Truggy: Der Asso T6.2 von Kim Sitensky.

Die Truggys sind größer und schwerer als die Buggys. Das Mindestgewicht ist mit 1750 Gramm festgeschrieben. Die Fahrzeugbreite darf maximal 330 Millimeter betragen, die Länge 460 Millimeter. Der Radstand muss mindestens 225 Millimeter betragen, maximal sind 295 Millimeter erlaubt. Motor und Regler sind freigestellt. In Duisburg bauten die Fahrer meist Motoren mit 6,5 Turns. Schnelle Rundenzeiten mit dem Truggy bewegen sich auf der Strecke des RCRT zwischen 34 und 35 Sekunden.

Siegerehrungen

Bei einer DM werden zusätzlich Meistertitel in den Jahrgangstufen vergeben: Für Junioren, für Jugendliche, für Fahrer im Alter von 40 plus und schließlich im Alter von 55 plus. Eine Auswahl in Bildern:

Siegerehrung Truggy 55 plus

Siegerehrung Buggy Standard Junioren

Siegerehrung Truggy 40 plus

Siegerehrung Buggy Standard 55 plus

Siegerehrung Buggy Standard Junioren

Siegerehrung Buggy Standard 40 plus

Siegerehrung Buggy Standard 55 plus

Siegerehrung Buggy Modified Junioren

Siegerehrung Buggy Modified Jugend

Siegerehrung Buggy Modified 40 plus

50 Jahre DMC – 30 Jahre DM Buggy 4WD

Im Jubiläumsjahr des DMC gehört ein Blick in die Historie einfach dazu. Die Offroadklasse Buggy 4WD ist eine der ältesten Elektrorennklassen im Deutschen Minicar Club. Noch älter sind nur die Klassen 1:12 Onroad und Pro 10. Die Buggypiloten trafen sich 1991 zur ersten Deutschen Meisterschaft. Jürgen Lautenbach, der Gründer von LRP, sicherte sich den Titel. Rekordsieger ist mit 12 DM-Titeln Jörn Neumann. Sascha Falter gewann in den 90iger Jahren sieben Mal hintereinander.

In der Klasse Buggy Standard werden Deutsche Meisterschaften seit 2001 ausgetragen. Mit sieben Titel ist der Berliner Eberhard Beck Rekordsieger. In Truggy 2WD, die alte Klasse Monster Truck, gehen die Fahrer ebenfalls seit 2001 auf Titeljagd. Jörn Neumann holte sich insgesamt fünf Titel. Kim Sitensky vom RCC Köngen wurde vier Mal Deutscher Meister.


BRCNews berichtete am 14.und 15. August im RennTicker live von der DM: https://brcnews.net/?p=22499.

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