Den Auftakt machten die Formel und Trucks – Deutsche Meisterschaft 2018 beim MRC-Leipzig e.V.

Geschrieben von Robert Gillig am 3. Oktober 2018 um 14:17

Der MRC-Leipzig e.V. lud vom 17.-19.August 2018 zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft VG5F1. Parallel dazu wurde die „inoffizielle“ Deutsche Meisterschaft VG6Truck und ein SK-Lauf des Sportkreises Ost in den beiden Tourenwagenklassen VG5MO / ST ausgetragen.

Dass die Großmodellklassen keine reine Männerdomäne sind, zeigten die beiden Damen im Fahrerfeld. Emmanuelle Vanhaesendonck kam extra aus Brüssel (Belgien) mit ihrem Papa nach Leipzig. Die schnelle Belgierin zeigte an diesem Wochenende erneut ihr fahrerisches Talent und das sie durchaus das Potenzial für das Podest hat. Leider schlug bei ihr der Defektteufel zu, wodruch ihr ein besseres Ergebnis in diesem Jahr verwehrt blieb. Dagegen ist die zweiten jungen Dame noch nicht lange dabei. Sarah Schmedicke begann in diesem Jahr mit ein paar Trainingsrunden hier auf dieser Strecke. Die Teilnahme beim SK-Lauf in der Standard-Klasse war ihr erster Renneinsatz. Platz 3 war ein guter Einstieg und weiter ging es bei der Deutschen Meisterschaft VG5TWST bei einem größeren Teilnehmerfeld. Hauptsache Spaß haben, so sieht es Sarah, die noch nebenbei an diesem Wochenende den Verein bei der Durchführung des Rennens unterstützte, wie viele weitere Mitglieder. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle dafür.

Zurück zum Rennen. Bei super Sommerwetter begann die Deutsche Meisterschaft bereits am Freitag, den 17.08.2018 mit den Trainingsläufen in Gruppen. Mehr und mehr zeigte sich eine Ideallinie durch den Reifenabrieb auf der Strecke ab. Dies schlug sich in den Rundenzeiten nieder, die von Lauf zu Lauf immer besser wurden. Nur neben der Ideallinie war es staubig und der Reifenabrieb lag auf der Strecke. Daher galt, auf der Ideallinie zu bleiben um keinen Pickup aufzusammeln, der sich sofort auf dem Reifen zeigte. Ganz wie im großen Motorsport. Wer die Ideallinie verließ oder in der Wiese landete, musste die Reifen „sauber“ fahren, um wieder vollen Griff zu haben. Übertrieb man dies, war ein Dreher die Folge. Speziell die Großmodelle sind vom Fahrverhalten sehr nah an dem großen Motorsport dran. Eine letzte Trainingsmöglichkeit gab es am Samstagmorgen, bevor die Vorläufe gestartet wurden.

Für die DM-Teilnehmer der Formel-Klasse gab es eine Reifenbeschränkung auf zwei Paar Hinterreifen. Das neue Reifen nicht immer des Rätzels Lösung waren, zeigten ein paar Fahrer mit schnellen Rundenzeiten. Gerade im letzten Vorlauf war dies zu beobachten, als Fahrer mit neuen Reifen nicht schneller waren. Obwohl es in den Vorläufen nur um die Startaufstellung für die aufsteigenden Finals am Sonntag ging, setzten sich einige Fahrer eindrucksvoll in Szene.

Wer in den letzten Monaten die RC-Car Rennen verfolgte, dem wird aufgefallen sein, dass eine gute Startposition schon die halbe Miete um den Sieg sein würde. Für Vorjahressieger Martin Mittelstädt ging es darum, seinen Vorjahrestitel verteidigen. Dies wollten Tobias Gagesch (Vize-Europameister 2018), Timo Nau (Platz 3 – Europameisterschaft 2018), Flavio Budulig, Ernst-Peter Utz und Markus Michelberger verhindern. Ein Selbstläufer sollte es nicht werden, denn die Konkurrenz war in diesem Jahr wieder sehr stark. Die Abstände lagen so dicht beieinander, dass eine Prognose unmöglich war, wer am Sonntag den Sieg wohl holen würde. Die Entscheidung fiel im letzten Vorlauf, als Tom Haacke die bis dahin bestehende Bestzeit von Tobias Gagesch um 1 Sekunden verbesserte. Das nach 10 Minuten Fahrzeit auf einer Strecke mit ca. 360 Metern (Ideallinie 333 m) Länge!

Als inoffizielle Deutsche Meisterschaft gingen die VG6Trucks an den Start. Andreas Van Hüth war bis zum letzten Vorlauf eine Klasse für sich, als Günter Honert erstmals mit seinem FG einen Vorlauf fuhr. Immerhin reichte es für Startplatz 2 hinter Andreas Van Hüth, aber vor Paul Beetz und Andreas Jäkel. Mit nur drei Teilnehmern war die Stock-Klasse beim SK-Lauf etwas dünn besetzt. Marcus Oppenhorst vor Andreas Jäkel und Sarah Schmedicke so ging es in die Finals am Sonntag. Am Ergebnis blieb der Zieleinlauf wie gestartet wurde. Marcus vor Andreas und Sarah.

In der Modified-Klasse kamen noch 13 Teilnehmer zusammen. Erstaunlich, dass nicht mehr Teilnehmer die Chance für die kommende DM auf der Strecke im September nutzten. Klar, viele Fahrer konzentrierten sich voll auf ihr Formel-Fahrzeug. Schließlich war DM an diesem Wochenende und so blieb der Tourenwagen zu Hause.
Nach den Vorläufen führte Maximilian Hornig vor Marcel Thieme und Günter Honert, Mirko Engert und Sven Müller die Rangliste an. In den Halbfinals am Sonntagmorgen gab es keine Überraschungen zu vermelden, wenn wir von dem vorzeitigen Ausfall in Runde 3 von Emmanuelle Vanhaesendonck in der Klasse Formel absehen. Die Belgierin musste ihr Fahrzeug mit technischem Defekt abstellen. Schade, dass ihr dies in der Klasse Formel passierte, in der es um den DM-Titel ging.. Im Gegensatz zu der Standard-Klasse war der Kampf um den Sieg in Modified völlig offen. Tanken und Reifenwechsel waren übrigens nicht vorgesehen und nötig. Die Entscheidung fiel auf der Strecke. Die Frage war, ob Maximilian Hornig sich vom Start weg würde absetzen können. Dicht hintereinander ging es in die ersten Runden. Danach festigten sich im Laufe des Rennens die Positionen. Hinter Maximilian Hornig schob sich Sven Müller auf den zweiten Platz vor Mirko Engert, der sich im Finale genauso verbessern konnte und den Sprung aufs Podest schaffte.

Der erste Titel des Wochenendes wurde bereits am Sonntagmorgen nach den Viertelfinals der Formel und Tourenwagen vergeben.
Nachdem Günter Honert erst im letzten Vorlauf ins Renngeschehen eingegriffen hatte, war man gespannt ob ihm das Training wohl würde reichen. Die Strecke kennt er bereits von vielen Rennen. Lange sah es nach dem Start für einen sicheren Sieg für den Vorlaufschnellsten Andreas van Hüth aus. War es die Aufregung vor dem sicheren Sieg. Plötzlich schlichen sich bei Andreas ein paar Fahrfehler ein. Günter war plötzlich in Schlagdistanz und dann passierte es. Innen schob Günter seinen FG-Truck am Ende der Geraden in der Kurve vorbei und zog dann davon. Der Sieg ging an den überglücklichen Günter Honert Andreas van Hüth, Thomas Richter und Andreas Jäkel.

In der echten Formel 1 fällt die Titelentscheidung erst später, jedoch bei der Deutschen Meisterschaft im August. Nach den aufsteigenden Finals stand das Finale auf dem Zeitplan. Es war der letzte Lauf und der krönende Abschluss des DM-Wochenendes in Leipzig. Finalstart, der fast wie im echten Motorsport anzusehen war.
10 Fahrzeuge gingen in die erste Kurve, auf die lange Gerade und weiter ins Infield. Von Beginn an wurde um Positionen gekämpft, obwohl sich durchaus eine fehlerfreie und konstante Fahrweise im Finale durchaus auszahlen würde. Überholen war kaum möglich, wenn der Vordermann keinen Fehler macht, dass war klar. Dazu war die Ideallinie zu schmal und wer mit seinem Fahrzeug davon abkam, hatte weniger Griff. Markus Michelberger lag vor Timo Nau, Flavio Budulig und Tom Haacke, jedoch alle in Schlagdistanz um ihrerseits in Führung zu gehen. Gegen Rennmitte folgten die ersten Boxenstopps zum Nachtanken.In dem 45 minütigen Finale war dies nötig und erlaubt. Die Frage war, wann geht man rein, ohne Gefahr zu laufen am Ende ohne Sprit liegenzubleiben. Reifen wurden nicht gewechselt, um keine weitere Zeit in der Box zu verlieren. Der Rundenzeitenvorteil war so gering, dass man diesen nicht würde aufholen können. Zurück auf der Strecke ging der Zweikampf zwischen Markus Michelberger und Timo Nau weiter. Mit technischen Problemen verabschiedete sich Tom Haacke aus dem Titelkampf. An der Spitze kam es zu einem dramatischen Ende. Kein Sprit….entsetzen in der Box. Das Fahrzeug Markus Michelberger wurde dennoch nachgetankt, aber er wurde laut Reglement von 2 auf 10 zurückgesetzt.
Neuer Deutscher Meister Timo Nau vor Flavio Budulig, Tobias Gagesch und Ernst-Peter Utz.

Kurzum kann der MRC-Leipzig ein positives Fazit ziehen. Die Strecke und das Umfeld in einem tadellosen Zustand, dank der guten Arbeit der Leipziger. Andreas Lamers unterstützte Sven Müller bei der Rennleitung, wie auch Ivonne Thieme die Zeitnahme jederzeit im Griff hatte. In der technischen Abnahme war es ein ruhiger Job. Alle hielten sich an das Regelwerk, sodass keine Strafen ausgesprochen werden mussten. Rund um die Strecke war die Stimmung im Fahrerlager locker und entspannt, obwohl es um den DM-Titel an diesem Wochenende ging. Am Samstagabend lud der Verein zum Bankett mit leckerem Buffet ein. Dieses Angebot konnte im Vorfeld gebucht werden und so saßen die Teilnehmer in gemütlicher Runde bei Speis und Trank zusammen. Es wurde nicht nur gegessen und getrunken, nein, Themen waren natürlich Neues, Erfahrungen, Setups, uvm. Andere stärkten sich nur und dann ging es in die Box zur Vorbereitung ihrer Fahrzeuge für den Finaltag. Für die Leipziger war dies der erste Streich. Die 25.Deutschen Meisterschaft VG5TW fand einen Monat später im September statt.

Endergebnis VG5F1
1. Timo Nau – RS5 XF18
2. Flavio Budulig – Genius FR2
3. Tobias Gagesch – Harm FX3
4. Ernst-Peter Utz – MD01
5. Sebastian Keller – Bergonzoni F1S1 2018
6. Tom Haacke – Harm FX3
7. Martin Mittelstädt – RS5 F-10
8. Rudolf Grahamer – RS5
9. Enrico Hahn – RS5 F12
10. Markus Michelberger – Genius FR2

VG6Truck
1. Günter Honert – FG Evo 2020.1
2. Andreas Van Hüth – Genius
3. Thomas Richter – FG Evo
4. Andreas Jäkel –FG
5. Dominik Zeidler –FG
6. Eckhard Schulze –FG
7. Christian Hamm – FG Evo
8. Paul Beetz – FG Evo 2020
9. Uli Krell –FG

VG5TW
1.Maximilian Hornig
2.Sven Müller
3.Mirko Engert
4.Rene Genuit
5.Thomas Kleiner
6.Özgür Derin
7.Marcel Thieme
8.Emmanuelle Vanhaesendonck
9.Günther Honert –FG
10.Andre Friedel
11.Falko Ketter
12.Tom Haacke
13.Tobias Gagesch

VG5Standard
1.Marcus Oppenhorst
2.Sarah Schmedicke
3.Andreas Jäkel

(mk)

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