Europameisterschaft Elektro Buggy 1:8 in Noeux-les-Mines, Frankreich 2018

Geschrieben von Robert Gillig am 19. September 2018 um 09:40

Dieses Jahr fanden sich letzten Endes nur 4 deutsche Fahrer auf der Europameisterschaft in Noeux les Mines in Nordfrankreich, nicht weit von der belgischen Grenze, ein. So hatten aus Deutschland nur Burak und Berkan Kilic, Philipp Lutgert und Robert Gillig ein schönes Wochenende – wer nicht da war, war selbst schuld.

Die internationale Beteiligung war mit über 100 genannten Fahrer, von denen letztendlich 82 tatsächlich antraten, nicht schlecht aber ein gleichzeitig stattfindendes hochrangiges 1:10 Offroad-Elektro-Rennen führt dazu, dass nicht alle üblichen Verdächtigen und Spitzenfahrer anwesend waren. Auch die miserable Verfügbarkeit von Informationen zu dieser Euro – nicht einmal 1/2 Seite auf der Homepage des Vereins in Französisch – hat den Starterzahlen nicht gerade geholfen. Da sollte die Efra in Zukunft unbedingt zulegen!

Die gesamte Anlage war gut auf die Euro vorbereitet, der Catering-Bereich war großzügig, die Preise für Frankreich sehr günstig und die Auswahl und die Portionen gut.
Der Mix an Belägen (Lehm mit unterschiedlichen ‚Additiven‘, Kunstrasen, Holz, verschiedene Pflaster) machte die recht große Piste zusammen mit dem abwechslungsreichen Streckenverlauf und insbesondere dem Vielfachsprung in der Mitte sehr anspruchsvoll. Durch die Streckenbegrenzung aus Beton wurden Fahrfehler hart bestraft.
Die Streckenposten waren gut gegen umherfliegende RC Cars schützt. Für den Vielfachsprung war ein Helfer abgestellt, der nichts anderes zu tun hatte, als eine gelbe Fahne zu schwenken, wenn der Streckenposten in diesem Bereich aktiv war. Auch waren die meisten Positionen halbkreisförmig eingezäunt – dadurch wusste der Streckenposten automatisch, auf welchen Streckenabschnitt er achten musste.
Im Fahrerlager – für das es keine Stühle gab, allerdings waren die Tische auch eher in Stehhöhe – gab es keinen einzigen Stromausfall und es gab jede Menge Druckluftstationen zum Reinigen der Autos.
Für die Camper gab es keinen Strom, aber das war auch so angekündigt. Dafür wollte auch keiner Geld von den Campern.
Die Toiletten waren bis auf eine sehr rustikal, aber auch das ist in Frankreich nicht ungewöhnlich.

Leider konnten wieder einmal nur 2 oder 3 Leute vom ausrichtenden Verein ein paar Brocken Englisch. Auch die Durchsagen waren fast komplett in Französisch. Das dürfte auf einer Euro eigentlich nicht sein. Dafür waren alle Leute nett und konnten fließend „Hände und Füße“.

Die Wettervorhersage für das Wochenende sagte trockenes Wetter und steigende Temperaturen voraus. Sie sollte Recht behalten. Während es am Freitag mit deutlich unter 20° noch kühl war, erreichten die Temperaturen am Sonntag angenehme 25°.

Die Strecke war morgens durch den darauf liegenden Tau extrem rutschig. Dem trug der Verein aber Rechnung, in dem es auch am Samstag und am Sonntag morgens einen Trainingsdurchgang gab, um die Strecke trocken zu fahren. Morgens wurden supersofte Gummimischungen gefahren, sobald die Strecke abgetrocknet war, setzte die Mehrheit der Fahrer aber auf Reifen in Soft. bei den Profilen gab es keine eindeutigen Gewinner, jeder Reifen der einen geringen Negativanteil im Profil hatte, schien zu funktionieren. Die Mehrheit setzte auf feines aber dichtes Blockprofil à la AKA Zip.

Nach dem letzten Trainings wurde basierend auf den schnellsten 3 aufeinanderfolgenden Runden nach Punkten eine neue Gruppeneinteilung erstellt.
Von den 5 Vorlaufdurchgängen am Samstag kamen 3 nach Punkten in die Wertung. Die Finale wurden nicht, wie in Fehring im Hybrid Modus (Aufsteiger- und Buchstabenfinale), sondern als fast reine HoA (nur Buchstabenfinale) gefahren. Nur der 1 aus dem Finaltraining des B-Finales stieg als 13. ins A-Finale auf. Alle Finale wurden 3x 10 Minuten gefahren, Extra-Finale für Jugendliche und Senioren gab es leider nicht. Schade, die Zeit wäre da gewesen.

Nach den Vorläufen lagen Burak und Berkan im B-Finale, Philipp im C-Finale und Robert im G-Finale.

Im Training für das B-Finale, in dem es um den Aufstieg ins A-Finale ging, konnte Burak über 9 Minuten am Führenden dranbleiben, bis dieser in der letzten Minute einen Fehler machte und Burak die Führung übernahm. Leider ging Burak in der letzten Runde der Akku leer und so wurde nichts aus dem A-Finale.

Da ich während des A-Finales jeweils mein Auto für mein G-Finale vorbereiten musste, kann ich über die A-Finale wenig sagen. Aber auf RC-Racing-TV kann man sich die Video-Streams von der Euro noch ansehen.

Die Euro EB8 war schon nach dem 2. A-Finale entschieden. Herzlichen Glückwunsch an den neuen Europameister Jean Pierrick Sartell! Das Gesamtergebnis: http://www.myrcm.ch/myrcm/report/de/41374/217559

(rg)

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