Erfolgreicher Auftakt beim MRC-Leipzig der EFRA-GP Series Large Scale TC/F1

Geschrieben von Robert Gillig am 28. Mai 2019 um 07:26

Das zweite große Ereignis beim MRC-Leipzig e.V. fand vom 24.-26.05.2019 statt. Nachdem das Warmup zur Euro-GT Anfang des Monats auf der knapp 360 Meter langen Strecke im RC-Car-Leipzig unweit des Leipziger Messegeländes ausgetragen wurde, waren diesmal die Largescaler TC/F1 an der Reihe. Largescale – Fahrzeuge im Maßstab 1:5 sind damit gemeint. TC / F1 stehen für Tourenwagen- und Formel-Fahrzeuge dieser Fahrzeugklassen, welche in diesem Jahr für Elektro- und Verbrenner nennen konnten. Derzeit war das Interesse an den Elektro-Klassen eher mager ausgefallen. Ein Teilnehmer mit Guido Mamat mit seinem HARM FX3e zeigt, dass bei den Fahrern das Interesse noch nicht geweckt werden konnte. An Fahrzeuge fehlt es zwar auch, aber wie bei HARM gibt es diese Modelle schon. Dass der Unterschied beim Aufbau eher gering ist, davon konnten wir uns vor Ort überzeugen. Anstatt des Tanks und Motors, wurden an diese Stellen der Akku, Motor und Fahrregler platziert. Geändert wurden die Befestigungen für die Komponenten und neue Löcher in der Chassisplatte. Der Rest der Teile, wie u.a. Aufhängung, Antriebsteile, Differenzial können weiter verwendet werden. Wie die Entwicklung weitergeht, wird sich zeigen. Zumindest stand der EFRA-GP Sieger beim Auftaktrennen der EFRA-GP Serie Largescale in Elektro-Formel mit Guido Mamat bereits nach den Vorläufen fest.

Beim Betreten des Vereinsgeländes war kaum ein freier Platz auf dem großen Camping- / Zelt- und Parkplatz zu finden. Das Interesse war gut im IFMAR-WM Jahr für diese Rennklassen. Dazu muss man wissen, dass im Jahr der WM keine EM stattfindet und diese in mehreren Efra-GP Läufen „als Ersatz“ ausgetragen wird. Geplant sind vier Rennen, wobei ein Lauf als Streicher wohl eingeht.

Nun zurück zum Rennen und der Strecke, welche an der langen Gerade mit neuen Randsteinen ausgestattet wurde. Der Rasen war grün und gemäht. Im Gegensatz zum Warmup zur Euro-GT gab es eine zusätzliche Anzeigetafel, damit die Zuschauer von der Tribüne aus, den aktuellen Stand der ersten Fahrer sehen konnten. Es ist immer was zu tun an einer Rennstrecke. Nicht nur an der Rennstrecke wurde im Vorfeld für ein tolles Rennen gearbeitet. Rennleiter Peter Leue hatte ein gutes Team für den Efra-GP zusammengestellt, welches gut Hand in Hand zusammenarbeitete. Das Lob für die gepflegte Anlage, die wunderschöne Strecke und tolle Organisation war ihnen von den Teilnehmern sicher. Danke an das gesamte Team rund um den MRC-Leipzig e.V. und den Deutschen Minicar Club, der als Dachverband die Vereine im Automodellsport unter einem Dach versammelt. Für den pünktlichen Start sorgte die Zeitnehmerin Ivonne, die Referees Josef Dragani und Andreas Lamers behielten auf und neben der Strecke das Renngeschehen im Auge (sie mussten kaum eingreifen – Zeitstrafen gab es kaum), Rennleiter Peter Leue war irgendwie überall zu finden und sorgte dafür, dass den Teilnehmern an nichts fehlte. Dabei behielt er stets den Überblick und den Stand des Rennverlaufes. Zwei weitere Personen aus dem Team dürfen wir nicht vergessen. In der technischen Abnahme kontrollierten Uwe Klüber und Werner Lange die Fahrzeuge. Markiert wurden vor dem ersten Vorlauf die Chassisplatte, der Motor und spätestens vor den Finals der Tank. Ach, nicht zu vergessen an das Küchenteam, welches die Teilnehmer vor Ort mit Speis und Trank bewirtete. Als Abkühlung kam ein „Eiswagen“ vorbei. Lecker Eis, diese Leckerei ließen sich viele Teilnehmer entgehen. Bei dem warmen Wetter war dies eine gelungene Abkühlung.

Auf der Strecke kam es bei den Tourenwagen zu einem packenden Kampf um die Pole-Position. Mit am Start waren Fahrer aus vielen europäischen Ländern und Deutschland, welche bei nationalen und internationalen Rennen ganz vorne zu finden waren. Klar war, dass es für Markus Feldmann nicht einfach werden würde. Wir erinnern uns an das letzte Jahr, als Markus Feldmann auf dieser Strecke einen weiteren DM-Titel errang und zuvor EFRA-Europameister wurde. In diesem Jahr ist der der „Gejagte“ und in der Favoritenrolle. Dass in diesen Klassen das Niveau der fahrerischen Klasse und Technik sehr hoch liegt, zeigte ein Blick auf die Rundenzeiten. Die Abstände waren so gering, dass Fehler nicht erlaubt sind. Kleineste Änderungen am Setup, eine Kurve zu spät angebremst oder von der schmalen Ideallinie abkommen, waren mit entscheidend für eine gute Platzierung. Selbst Markus Feldmann passierte ein Fehler, als er im Vorlauf beim Versuch die Bestzeit von Edoardo Repetti (ITA) zu knacken, von der Strecke abkam. Hohe Konzentration und ein gutes Setup waren gefragt. 10 Minuten betrug die Fahrzeit in den Vorläufe. Die Fahrer fuhren fast zu jedem Vorlauf neue Reifen, zu mindestens an der Hinterachse (bei den EFRA-GPs gibt es keine Begrenzung im Gegensatz zur Deutschen Meisterschaft), da war der „Mühlcontainer“ nach den drei Tage gut gefüllt mit abgefahrenen Reifensätzen. Nachdem Markus Feldmann nach vier Vorläufen mit dem schnellsten Lauf an der Spitze lag, fiel die Entscheidung im letzten Vorlauf um die Pole-Position. Genau in diesem Lauf purzelten die Rundenzeiten. Knapp 2 Zehntel konnte der ein und andere Spitzenfahrer schneller fahren. Von 4 auf eins, plötzlich war es der ehemalige EFRA-Europameister und mehrfache nationale Meister Bernard-Alain ARNALDI aus Frankreich, der einen „Hammerlauf“ raushaute. Obwohl sich dahinter viele Fahrer verbesserten, war Bernard-Alain ARNALDI direkt für das Finale qualifiziert. Edoardo Repetti, Markus Feldmann, Marco Weigerding und Hessel Roskam folgten auf den weiteren Plätzen. Diese vier Fahrer mussten am frühen Abend nochmal ran. Gegen 18 Uhr stand der Kampf um die Superpole auf dem Programm. Der Fahrer, der bei diesem Modus die schnellste Runde fuhr, folgte Bernard-Alain ARNALDI direkt ins Finale. Dabei gab es 3 Minuten Vorbereitungszeit und 6 gezeiteten Runden, wobei die beste für den jeweiligen Fahrer in die Wertung ging. Herzschlagfinale, das war es wirklich. Mit der letzten Runde fiel zu Entscheidung zu Gunsten an Edoardo Repetti, der es echt spannend machte. Eigentlich hätte kaum eine damit gerechnet, nachdem er in der Vorbereitungszeit von der Strecke abkam und in die Box musste. Das ist Rennsport, nicht aufgeben.

In der Klasse Formel war es etwas entspannter. Michael Weiser aus Österreich kämpfte mit Tobias Gagesch und Tobias Brandlhuber um die Pole, wobei Michael Weiser mit einem „Leihwagen“ von Tom Haacke fuhr. Dass dies kein Nachteil war, zeigte sich nach den Vorläufen. Michael Weiser war Schnellster vor Tobias Gagesch und Tobias Brandlhuber.

Danach ging es in den gemütlichen Teil über. Anstatt eines großen Büfetts entschied man sich seitens des Veranstalters auf einen Drink aus dem Sektglas und einer „Leckerei“ dazu. Hungern mussten die Teilnehmer sowieso nicht. Dafür gab es gut gegrilltes Steak und Bratwurst im Imbiss und Kuchen am Nachmittag. Zur Stärkung am Morgen wurde ein Frühstücksbüfett aufgebaut. Perfekt. Den Abend nutzten einige ihre Fahrzeuge gleich für den Finaltag vorzubereiten, grillten in gemütlicher Runde am Camper und natürlich blieb endlich Abseits des Rennens auch Zeit zum netten Plausch mit anderen angereisten Fahrern und Familien.

Der Sonntag begann mit schönem strahlendem Sonnenschein. Der Duft von frischem Kaffee, gebratenen Eiern und frischen Brötchen lag in der Luft. Erstmal wurde der Tag in Ruhe begonnen, als dann kurz vor 9 Uhr der Rennleiter Peter Leue zur letzten Fahrerbesprechung die Teilnehmer zusammenrief. Die technische Abnahme war bereits gut besucht. Die Tanks mussten ausgelitert werden, sonst drohte den Fahrern eine Disqualifikation. Ja, der maximale Tankinhalt ist vorgeschrieben, wie in den Verbrenner- / Nitroklassen üblich.

Beim Gang durch das Fahrerlager fiel auf, dass ein paar junge Fahrer am Start waren. Aus Schweden und Norwegen waren sie angereist. Marius Hetland war mit seinen 18 Jahren der „Älteste“ unter den drei Fahrern. Er kommt aus Norwegen wie der 15jährige Sindre Undheim. 2 Jahre jünger, also 13 Jahre ist Casper Lund aus unserem Nachbarland, Dänemark. Alle drei kämpften im Halbfinale um den Finaleinzug, wobei Sindre Undheim den Einzug ins Finale schaffte. Mit ihm im Finale TC waren:

Bernard-Alain ARNALDI – Genius – FRA
Edoardo Repetti – Genius – ITA
Markus Feldmann – Mecatech – DEU
Maximilian Hornig – Mecatech – DEU
Marco Weigerding – RS5 – DEU
Hessel Roskam – RS5 – NLD
Cédric Prevot – FRA
Andrea Catalani – ITA
Giovanni Verbrugghe – Mecatech
Sindre Undheim – Mecatech

Diese Fahrer hatten sich entweder wie Bernard-Alain ARNALDI und Edoardo Repetti direkt am Samstag qualifiziert oder eben heute in den aufsteigenden Finalläufen über jeweils 20 Minuten Fahrzeit. Die Teilnehmer kamen am Wochenende auf richtig viel Fahrzeit.

Finale: Dieses verschob sich durch eine Auszeit von 10 Minuten. Beim Motor von Maximilian Hornig war die Airbox locker nach einem Crash, also wurde diese in der Zeit neu befestigt. Dies hatte für ihn zur Folge, aus der Boxengasse starten zu müssen. Damit musste er mit seinem Fahrzeug erst durch die langgezogene Linkskurve und dem Fahrerfeld hinterherfahren. Er machte trotzdem einige Positionen gut und lieferte sich mit Giovanni Verbrugghe einen echt heißen Kampf um Platz 5. Leider endete das Rennen für ihn vorzeitig mit leerem Tank. Eine Runde zuvor war Marco Weigerding ausgefallen mit Motorschaden. Schade für ihn, denn Platz 3 war drin gewesen. An der Spitze war die Entscheidung eigentlich schon in den ersten Runden gefallen. Bernard-Alain ARNALDI fuhr auf und davon, wobei er davon profitierte, dass Edoardo Repetti die Konkurrenten aufhielt. Drei Fahrer drückten von hinten und wollten an Edoardo Repetti vorbei, bis es Markus Feldmann in einem waghalsigen Manöver gelang. Ein Rutscher von Edoardo Repetti reichte, dass Markus Feldmann seine Chance nutzte. Im Laufe des Rennens blieb es bei dem Rückstand von knapp 6 Sekunden auf den Führenden. Unglaublich, wie Konstant beide Fahrer ihre Runden abspulten. Das Rennergebnis lautete:

VG5
1. Bernard-Alain ARNALDI – Genius – FRAU
2. Markus Feldmann – Mecatech – DEU
3. Edoardo Repetti – Genius – ITA
4. Hessel Roskam – RS5 – NLD
5. Giovanni Verbrugghe – Mecatech
6. Maximilian Hornig – Mecatech – DEU
7. Marco Weigerding – RS5 – DEU
8. Andrea Catalani – Mecatech – ITA
9. Cédric Prevot – Mecatech – FRAU
10. Sindre Undheim – Mecatech

In der Klasse Formel 1 gab es keine aufsteigenden Finale. Leider war das Interesse nicht so groß, wie im letzten Jahr bei den Deutschen Meisterschaften. Alle Fahrer waren im Finale. Nachdem es ein Training vor dem Finale gab, blieb noch etwas Zeit, am Fahrzeug in der Mittagspause zu Schrauben. Nach dem Start zum Finale hielt sich Michael Weiser nicht lange an der Spitze. Tobias Gagesch überholte ihn. Nachdem dahinter für Tobias Brandlhuber das Rennen beendet war, entbrannte auf einmal der Kampf zwischen Sebastian Keller aus Leipzig und Andreas Blum um den letzten Podestplatz. Sebastian beschrieb es so: „Ich musste nur Andreas auf Distanz halten, keine Fehler machen und Platz 3 war drin“. Dass ihm dies gelang, zeigte an Blick auf seine Freundin, die ihn freudestrahlend in den Arm nahm. Ganz vorne um den Sieg fiel die Entscheidung nach ein paar kleinen technischen Probleme zu Gunsten an Michael Weiser, der Tobias Gagesch auf Platz 2 verwies. Da hatte sich der Einsatz des „Leihwagens“ von Tom Haacke an Michael Weiser gelohnt. Das Endergebnis lautete:

1. Michael Weiser – HARM
2. Tobias Gagesch – HARM
3. Sebastian Keller – Bergonzoni – DEU
4. Andreas Blum – RS5 – DEU
5. Maurizio Borsoni – – ITA
6. Tobias Brandlhuber – HARM – DEU
7. Guido Mamat – HARM (Elektro) – DEU
8. Enrico Hahn – Bergonzoni – DEU
9. Peter Sattler – Bergonzoni – DEU

Mit der abschließenden Siegerehrung ging ein sehr schönes Rennen beim MRC-Leipzig e.V. zu Ende. Mehr muss man nicht noch erwähnen. Wetter Top, Essen lecker, Organisation super, gute Atmosphäre im Fahrerlager und eine wunderschöne Modellsportanlage in Leipzig rundeten das Rennwochenende ab. Weiter geht es Ende Juni 2019 mit der EFRA Euro-GT an dieser Stelle.

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